Saison 2 0 1 1

1. Dance Devils Formationscharity

Tonight we gon´ be it on the floor

Jeder, der an diesem Samstag den Weg in die Wandsbeker Sporthalle fand, erlebte ein buntes Potpourri aus so ziemlich allen Tanzrichtungen, die der Formations-Markt aktuell so hergibt – von Ballett über Hip Hop, Flamenco, Musical Dance, Orientalischen Tanz und Latein – bis hin zu Modern Jazz (man könnte auch Jazz- und Modern Dance dazu sagen) vertreten durch fast alle GFG-Formationen und Julie Pecquet mit ihren „Lilith’s Daughters“.

Leider waren es nicht wirklich viele, die an diesem Samstag den Weg in die Wandsbeker Sporthalle fanden. So verpassten viele Unwissende nicht nur Helene, Rihanna und einen hocherotischen Dance Devils-Vereinstanz, sondern auch eine von Markus Arendt und Günni mit Herzblut performte Netzer-Delling-Reminiszenz und wirklich ansprechenden Tanzsport.

Was unsere eigene Performance betrifft, kann ich dazu leider keine Auskunft geben, weil ich mich plötzlich hinter der Bühne nach nem Kühlpad suchend wiederfand. Warum? Heute lieferten wir den nächsten Beleg dafür, dass uns das Verletzungspech aktuell an den Hacken klebt (Schluss damit!!). Die ersten Töne unseres Saisontitels waren kaum erklungen, schon musste Nadine (Flugzeugtanz lässt grüßen…) humpelnd die Tanzfläche verlassen. :( Wir hoffen, dass die Cola-Eis-Behandlung deinem Knie gut getan hat und dass du ganz schnell wieder auf die Beine kommst, liebe Nadine!

Um den Schock angemessen zu verarbeiten, ließen Nadine und wir uns die Aftershowparty natürlich trotzdem nicht nehmen. Allerdings verlagerte sich diese in private Räumlichkeiten, wo wir den Abend in Begleitung von 2,5 Topasen standesgemäß „ausklingen“ ließen. Und das war wie immer erstklassig. :)

 

Eine tolle Saison liegt hinter uns, die müden Knochen sollen sich ausruhen, die Sommer„pause“ kann kommen: statt des regulären Trainingsbetriebs begrüßen wie ab Donnerstag neue und alte Gesichter beim öffentlichen Probetraining im Appelhoff. Jede(r) Interessierte ist herzlich willkommen!

 

 

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4. Turnier in Hamburg | Saisonabschluss

Gestern oder Heute, Traum oder Wirklichkeit, Jazz oder Dance?

Nach 105 Tagen (oder haargenau 15 Wochen) ist diese unglaubliche Saison 2011 auch schon wieder vorbei. Hieß es beim ersten Turnier im März noch „Eiskratzen“, ließ uns das Hamburger Wetter auch im Juni nicht im Stich: Regen! Für Tänzer ist das gut. Für Kuchen nicht. Daher wurde bereits am Samstag so einiges umgeschmissen. Unsere Aufbauten wurden teilweise in die Halle verlagert, wo die helfenden Hände bereits am Tanzteppich, Vorhang und sämtlichen Tischen zu Gange waren. Sah alles gar nicht so schlecht aus! Glücklich über den reibungslosen Ablauf unserer Vorbereitungen (lassen wir das „M“ mal außer Acht) verfolgte die GFG-Familie am Samstag das spannende Abschlussturnier der 2. Bundesliga mit unseren topasigen Feuervögeln. Be“flügelt“ von ihrem verdienten Erfolg mit einem 2. Turnier- sowie Tabellenplatz und der Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft fielen wir Zirkonies am Abend zufrieden aber dennoch erwartungsvoll ins Bett: Morgen schon…

 

Als wäre dieses Wochenende ein langer Traum, erwachten (oder auch nicht) wir wohl so gegen 8:00 Uhr um pünktlich um 09:30 Uhr wieder in der Halle zu sein. Langsam begannen wir mit dem Warm-Up auf dem klebrigen Boden (wieso sind wir eigentlich nicht auf die andere Seite gegangen?) und besprachen noch einige Dinge zur Stellprobe. Dabei ist es besonders wichtig, dass man zuhört, was die Trainerin sagt. So darf man auch ruhig im ersten Durchgang schon Hebungen mitmachen. Also zumindest sagt das die Trainerin. Gesagt getan. Hmm, aber schön ist wohl was anderes. Standen wir schon wieder „rechts extrem“ eng? Die Anstrengungen des Vortags steckten auch wirklich jedem in den Knochen und so richtig wach sahen wir wohl immer noch nicht aus. Langsam wurde auch immer verschwommener, was gestern und was heute war. Irgendwie war alles so gleich. Aber da es bis zu unserem Turnier doch noch ein wenig hin war, verabschiedeten wir uns von dem diesmal wirklich reichhaltigen Buffet und machten uns, wie letztes Jahr, auf unsere Wanderung zum Schweinske. Immer noch Regen. Im Gegensatz zum letzten Jahr, ging hier aber alles ganz schnell. Und ehe wir uns versahen, hatten wir viele kleine Morgenferkeleien vor der Nase. Vorher musste sich Schnatti aber noch die Hände waschen, da sie beim Geldautomaten war (wieso hat sie da eigentlich keine Fotos gemacht?) und Mellis Bauch hatte heute ganz großen Hunger. Außerdem lernten wir noch, dass Marie ihre Brötchen nur mag, wenn sie nicht gerade durchgeschnitten werden und dass leider in diesem Jahr kein Wandsbeker Bürgerschießen angesetzt war. Rückweg zur Halle! Regen.

 

Entgegen altbekannter Webespots saß unsere Frisur allerdings noch nicht, was wir uns zur Aufgabe für die nächsten anderthalb Stunden machten. Während uns Jessi eine 2 zog, tollten wir um die Wette, klebten Wimpern und malten uns an. Nicht mit Edding. Und auch keine Noten auf die Wange. Andere verabschiedeten sich aufs Männerklo. Und dann ging es auch schon los. Nicht für uns, aber für Fabulit und Axinit, die uns die erste Aufregung am Tage ein wenig nahmen. Wir alle waren uns einig, dass besonders unsere beiden Gruppen seit Schöningen noch mal einen riesigen Sprung gemacht haben. Klar, dass damit das A-Finale drin war. Aber die Wertung hätten wir uns wohl alle noch ein bisschen besser gewünscht. Aber die Fans waren zufrieden und die Halle tobte. Das war ja auch die Hauptsache!

 

So, endlich. Abschlussturnier Regionalliga Nord-Ost. Eingeläutet wurden die 9 Gruppen passend von 99 Luftballons und Tinas Kinder tanzten den Boden für uns schon einmal ein. Und dann hieß es auch für uns „Hello“ an die wartenden Fans. Mann, ihr wart laut! :) Aufstelluuuung! Als zweites ging es dann für uns auf die Fläche. Aufgeregt? Come On. Eigentlich waren wir das ja nun gewohnt. Aber Yvonne entdeckte wohl trotzdem ein paar zitternde Beine und Mundwinkel. Dennoch, die Vorrunde war überstanden. Keine groben Fehler, aber wohl ein recht aufgeregter Durchgang. Wie Coachie sagt: Trotzdem aber fast ein rechter Spagatsprung. Ab zu den Fans. Die und auch die Wertungsrichter sind sich nun einig. Es soll ein A-Finale mit Zirkon geben! Yeah! Und auch diesmal keine Zwischenrunde. Doppelt-Yeah! Edi erfüllte ihren Dienst beim Ziehen und zauberte eine 5 aus dem Hut. So geht das! Somit hatten wir ein wenig mehr Zeit für das Warm-Up und versammelten uns ein letztes Mal im nicht überfluteten Helferraum. Mädels, letzte Runde. Lasst es uns genießen! Abgemacht! Kurze Handschlagprozedur. Wir waren alle dabei!

 

Ich werde immer noch ganz sentimental, wenn ich daran denke. Denn genauso fühlte es sich auch an! Wir waren alle dabei! Und genießen war ganz einfach. Keine zitternden Knie und eine Gelassenheit im Körper. Wirklich wuuuundervoll! Mit diesem Gefühl tanzten wir am Ende von der Fläche. Bitte lass es genauso ausgesehen haben, wie es sich angefühlt hat! Aber unsere Zirkonies und Coaches konnten uns nur bestätigen und lobten uns mit dem wohl besten Durchlauf der Saison! Damit war der Tag gerettet. Ich glaube, wir hatten nach der Müdigkeit und fehlenden Motivation vom Vormittag alle nicht damit gerechnet, dass der Adrenalinstoß doch nochmal durchkommt! Umso besser. Damit war dann auch die Wertung von 6-5-4-5-4 egal und wir tanzten uns zur Siegerehrung, die wir mit einem 5. Platz für Hamburg in diesem Turnier und einem abschließenden 3. Platz in der Gesamtwertung feierten. Ein letztes Mal „Follow the leader“! Liebe Bremerhavener, wir werden Euch vermissen! Und Katrin, dir wünschen wir gute Besserung. Der Fliegertanz hat schon für einige Verletzungen gesorgt! Dir zu Liebe nehme ich ihn sonst auch von der Bus-CD. Melde dich! ;)

 

Damit ging ein nervenaufreibendes Wochenende und tatsächlich schon die Saison 2011 zu Ende. Hatte nicht nur ich am Anfang noch damit gerechnet, höchstwahrscheinlich in Hamburg wieder abzusteigen, haben uns wieder einmal so viele eines Besseren belehrt. Wir bedanken uns ein weiteres Mal für die Unterstützung, die wir von allen Seiten bekommen: Von unseren Trainern, vom Vorstand, von unseren GFG-Schwester-formationen, den Kupfers, Christa und den Fans, die uns wahrscheinlich auch bis ans Ende der Welt begleiten würden.

 

So geht es wieder los: Musiksuche, Thema finden, Kostümideen verwerfen und Trainingslager. Auf diesem Weg stehen allerdings noch viele, viele weitere Projekte an, mit denen wir noch viel Spaß haben werden. Ich freue mich schon jetzt auf das neue Großraumbild, die Vorweihnachtszeit, eine spannende Deutsche Meisterschaft sowie Yvonne wieder tanzen zu sehen ;) Geplant ist ja einiges.

 

Was wir allerdings wieder nicht herausfinden konnten:

  •  Wer hat nun wirklich den Keks aus der Dose - und vor allem die Gitarre aus der 
     Deko - geklaut?
  •  Was frühstückt Valeriya und ist das noch legal?
  •  Warum müssen wir eigentlich auch alle weinen, wenn Christa gerührt ist?
  •  Warum kennt Hanne unser Saisonmotto nicht? Das ist aber gar nicht nett ;)

 

Auf ein Neues, GFG! Wir sind alle dabei!

Franzi

 

 

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3. Turnier in Schöningen

Zirkon, Fabulit und Axinit auf GFG-Mission

Dieses Turnier-Wochenende verschlug uns zusammen mit Axinit und Fabulit nach Schöningen, einer zwölftausend Einwohner-Stadt im Landkreis Helmstedt (Niedersachsen). Schöningen, das uns (und wahrscheinlich auch einigen ehemaligen Busfahrern) besonders aufgrund der schmalen Straßen gut in Erinnerung war, feierte heute nicht nur verkaufsoffenen Samstag, sondern auch das alljährliche Stadtfest mit Streichelzoo und Waldmeisterbowle – sehr zur Freude unserer mitgereisten Fans.

Nachdem Inkasso-Conny gewissenhaft und unter beiläufigen Erklärungen über die Pflichtveranlagung zur Steuererklärung das Busgeld eingetrieben hatten, kamen wir ca zwei Stunden vor unseren Stellproben in Schöningen an. Beim Einlass wurden wir daran erinnert, wie z.B. Schnatti, Dea, Edi und Marie in Wirklichkeit hießen (aber wer ist eigentlich diese Schanina?). Wie die Parkplatzpenner machten wir uns hinter der Halle breit und frisierten, schminkten und dissten einander munter vor uns hin. Das Tolle an Zirkon ist, dass hier jeder von jedem gedisst wird. Ist nur fair, findet Melli, denn das sorgt dafür, dass alle den gleichen psychischen Schaden davontragen (Willkommen auf meiner Couch!). So fordert Melli Esther freundlich auf: „Alter, halt mal den Kopf still!“. Und Tina wird es auch zu bunt. Sie bittet Melli: „Hör auf, an meinem Loch zu spielen!“ Gar nicht nett, könnte man meinen!

Außerdem diskutierten wir in der Sonne über einen neuen Namen für die Teenies, die endlich auch nach einem Edelstein benannt sein wollten, und favorisierten Bernd-Stein. Wir werden sehen, ob sich unser Vorschlag durchsetzt.

Die Stellproben verliefen viel zu gut. Dennoch waren natürlich alle hoch erfreut darüber, als Dea uns die 1 für die Vorrunde zog, weil alle unglaublich gern als erstes auf die Bühne wollten. Doch bevor es so weit war, verfolgten wir noch das tolle Abschneiden unserer Vereinskameradinnen von Fabulit (3) und Axinit (5) auf dem 2. Turnier der Verbandsliga Nord. Mädels, wir sind sehr stolz auf euch!

Unsere eigene Vorrunde lief dann ganz okay, besser als in Berlin, aber nicht zur Zufriedenheit aller Beteiligten. Glücklicherweise reichte es trotzdem für das große Finale. Hier gab es nun eine Art Dea Vu, als wir auch für das große Finale die 1 zogen. Immerhin hat das ja den Vorteil, dass man dann auch als erstes seine Wertung sieht und Klarheit hat (mehr oder weniger…). Und so kam es dann auch. Wir hatten den Eindruck, dass alle Mannschaften im Vergleich zum letzten Turnier noch mal ordentlich einen drauf gelegt hatten und waren nicht mehr so sicher, ob unsere gute, aber nicht berauschende Leistung aus der Finalrunde noch mal für einen so tollen Platz wie auf den ersten zwei Turnieren reichen würde. Die Wertungsrichter waren sich auch irgendwie uneinig und zogen die 6-2-3-5-2. Was man auf den ersten Blick erkennt: in der Bilanz machte das einen großartigen vierten Platz, über den wir uns sehr freuten! Und das Allertollste: wir konnten unseren dritten Gesamttabellenplatz behalten! Goil!

Im Euphorie-Rausch ging es zeitig mit unserem Bus unter der Leitung von Busfahrer Fränky auf den Heimweg, ausgeleuchtet vom Neonlicht der mitgebrachten Knicklichter und umgeben von schimmernden Seifenblasen. Das war neu! Und schöööööön. Der Rest ist Geschichte: ein reichliches Buffet, Sekt in Massen und Frauenchöre, die auch alle Instrumente mitsingen können. Wir stellten allerdings fest, dass Sektflöten nicht in die Kategorie der Instrumente gehören. Und dass „Angel“ von den Kellys nicht noch schöner wird, weil man es besonders laut singt (Tinnitus lässt grüßen!). Alles lief bestens, keine Reh-Kontakte oder ähnliche Verzögerungen. Dennoch hatten wir es diesmal doch irgendwie eilig. Warum? Weil uns noch eine Hochzeitsgesellschaft erwartete! Irina und Monty hatten spontan die ganze Zirkon-Reisegruppe zu ihrer Hochzeitsfeier eingeladen, die wir dankbar mit einer Follow-The-Leader-Pollonaise stürmten. Eine wuuuuuunder-schöne Braut empfing uns, und so feierten wir noch ausgelassen und vergnügt bis das Licht anging.

Ein toller Turniertag ging toll zu Ende. Lessons learned: 1. Man kann auf dem vierten Platz landen, auch wenn keiner der Wertungsrichter einen dorthin gewertet hat. 2. Man kann auch in Jeans, Turnschuhen und Gar-nicht-nett-T-Shirts eine gute Figur auf Hochzeitsfeiern machen. 3. Parties mit Zirkon sind immer die besten. Egal, was es zu feiern gibt.

 

Eure Jessi

 

 

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Dance Cup 2011

Wer ist eigentlich dieser Dance Cup

... und was hat er mit unseren Turnieren gemacht?!

 

Am Sonntag sollten es diejenigen, die bisher noch nicht das Vergnügen hatten, erfahren. Bei wunderschönem Wetter versammelten wir uns am Sonntag Morgen in der Wandsbeker Sporthalle. Voll bepackt mit den üblichen Utensilien eines Tanzsportlers, d.h. Chicken Nuggets, Nudelsalat, Mandeltörtchen, Brezeln, Frühlingsrollen, Würstchen, Kartoffeln, gemischtem Salat, ein bisschen rohem Gemüse, Dips, Baguette, Schokokuchen, natürlich ausreichend Naschkram und ein paar eher unwichtigen Dingen, wie Kostümen, Schmink-, Haar- und Erste-Hilfe-Koffern steuerten wir wie immer zuerst in Richtung Kabine. Durch den Sportlereingang rein, das war noch leicht, dann durch unzählige Türen, Gänge, Treppen, oben vorbei an der Tanzfläche, Treppen, Gänge, unten hinter der Tanzfläche vorbei, Gänge, Treppe...endlich: die Kabine! Aber scheinbar gab es Unstimmigkeiten darüber, ob wir wirklich erwünscht waren. Zuerst stand neben den Teenies, Axinit und Fabulit auch unser Name an der Tür. Irgendwann wurde der dann mal durchgestrichen, stand dann aber doch wieder da, also, naja gut, dann lassen wir die Zirkonies eben doch rein ;)

 

Allzu viel Zeit hatten wir diesmal nicht, es gab ein strenges Morgenprogramm und eine lange Teilnehmerliste. So wurde das Buffet erstmal unausgepackt auf dem Fensterbrett geparkt und schnell in ein paar Trainingsklamotten geschlüpft. (Erst war ich kurz verwirrt, ob ich tatsächlich bei der richtigen Formation gelandet bin, weil dieses Verhalten so gaar nicht zirkontypisch ist, war aber dann doch richtig, ist ja immerhin Dance Cup und nicht Turnier;) Es gab nämlich Gerüchte, dass man sich für die zweiminütige Stellprobe anstellen musste und die wollten wir natürlich nicht verpassen! Einige lackierten sich noch kurz auf dem Weg Finger- und Fußnägel (wieso sagt man eigentlich nicht Zehennägel, es heißt ja auch nicht Handnägel?) und Vera musste mal wieder feststellen, dass es doch intelligenter ist, zuerst die Schuhe auszuziehen. Einige Sportler-Trauben hatten sich schon um den „Organisationstisch“ versammelt. Da die Reihenfolge der Stellprobe allerdings doch schon seit zwei Wochen geplant war, konnten wir uns das Anstehen ersparen und rückten sofort zur Passkontrolle vor. Vera hatte sogar extra ihren Reisepass dabei, da sie gar keinen Perso besitzt und Edi hatte sehr gewissenhaft schon alle anderen Pässe zusammengesammelt und wieder ausgeteilt, als wir dann doch ohne Irisscann an den Kontrolleuren vorbeigehen durften. Wir hatten damit schon viel geschafft an diesem Tag.

 

Die Zuschauerränge waren noch leer, doch ein paar fleissige Aufbauer wuselten noch immer umher. Da mussten zum Beispiel noch Buchstaben geklebt (Danke Lessy!) und der Tanzboden gemobbt werden, da er verdammt glatt war. Erst trocken, dann nass, dann nochmal trocken. Zum Glück klärte sich an dieser Stelle schon, dass die blaue und nicht die weisse Linie zählt, sonst hätten wir bestimmt noch ein paar Punkte weniger bekommen...aber dazu gleich mehr.

 

So langsam konnten wir uns dann auch auf der unteren „Tribüne“ niederlassen und uns um unser Äußeres kümmern. Es wurde wieder geklebt, gepinselt, getollt, gedreht, gesteckt und gesprayt. Mittlerweile sind wir da eigentlich schon gut eingespielt. Wenn die Frisuren nicht so toll aussehen, hat das aber definitiv nichts mit der Inkompetenz der Friseure zu tun (manche haben aber auch unpraktische Haare!) naja, muss reichen. Tina fällt wieder ein, dass sie nicht Schwatzen und sich gleichzeitig setzen darf. Multitasking ist eben nicht jedermanns Sache.

 

Mittlerweile ist die Stellprobe in vollem Gange und auch wir sind „leaa, bubb...no...ll..buu, ..llea, laa.... - Last but not least!“ an der Reihe. Dank Andrea’s metronomischen Zählfähigkeiten und Katrins Einsatz (Andrea: „1, 2, 3, 4, 5, 6, 1, 2, 3, vie....“ Katrin: „1, 2, 3!“) läuft alles ganz gut. Etwas ratlos sind wir nur bei den Blicken. Sollen wir jetzt die Wertungsrichter direkt vor uns oder die Zuschauer auf der Tribüne anschauen? Wir entscheiden uns ganz professionell für eine Mischung aus beidem. Noch kurz umziehen, Rouge und Lippenstift auftragen und dann kann es auch losgehen:

 

Dance Cup 2011! Zwischen Tanzformationen hüpfen auch Turner auf die Fläche. Das System ist etwas kompliziert: Zuerst treten alle Mannschaften aus einem Bundesland gegeneinander an. Dabei wird noch zwischen Schülern, Jugend, 18+ und 30+ unterschieden. Alle Gewinner aus der ersten Runde treten dann am Nachmittag noch einmal an und zusätzlich haben noch die Besten ein Rendezvous miteinander, oder so in der Art. Jedenfalls ist die Halle inzwischen ordentlich voll und die 10 Wertungsrichter/innen sind auch schon ganz gespannt. Sie vergeben A- und B-Noten und Punkte für drei Sekunden lang gehaltene Standwagen, drei verschiedenartig präparierte Pirouetten, Gelenkigkeitsübungen, Sprünge, Präsentation, Innovation und noch vieles mehr. Da das ganz schön viele Kriterien sind, die da beachtet werden müssen, dürfen sie sich natürlich untereinander absprechen, ist ja auch kein Turnier. Die GFG ist sehr stark vertreten und erfüllt die Kriterien offenbar leider nicht immer vollständig. Die erbarmungslosen Linienrichterinnen ertappen uns sogar hin und wieder beim Übertreten und das bedeutet Punktabzug.

Auf jeden Fall aber ist eine kleine Einleitung in Prosaform zu Beginn der jeweiligen Darbietung vorteilhaft. Das hilft, sich auf die Performance einzustimmen, ob der Ausdruck dann gegenteilig ist, ist nicht mehr so wichtig. So kann man auch als „Black Mamba“ durchaus die Wertungsrichter anlachen, während man seine Todesliste abarbeitet. Aber uns wird auch die Moral gelehrt, besser in der Gruppe zu bleiben, als aus ihr auszubrechen. Wir müssen noch viel lernen. Andere Gruppen wiederum sind schon vom letzten Jahr bekannt und beeindrucken uns dennoch wieder mit spektakulären Stunts und Hebungen. Wenn wir nächstes Jahr ein bisschen weniger Stress haben, wollen wir auch unsere Darbietung ein bisschen anpassen. Esther möchte doch auch soo gerne mal im Spagat getragen werden.

 

Irgendwann hat auch der 22. Verein sein Können demonstriert und wir sind gleich dran. Conny checkt indessen die Konkurrenz während unserer Aufwärmphase ab. Franzi kann hinter dem Vorhang ihre Blicken lesen und ist ein wenig beruhigter. Andrea entscheidet, dass auch Schnatti jetzt genug gesehen hat und kommandiert sie ebenfalls hinter den Vorhang. Durch die lange Wartezeit sind viele nicht mehr ganz so aktiv, aber Jessi tut ihr Bestes um sie durch hektisches Springen und Anschreien wieder aufzuwecken. Zitrone und Traubenzucker helfen auch immer. Wir ziehen dennoch in Betracht, den Traubenzucker nächstes Mal durch Salz und Tequila zu ersetzen.

 

So, die Gegner sind am Ende und wir sind dran. Der Ersatzbank fällt es nicht ganz so leicht, einen geeigneten Aussichtsplatz zu ergattern, die Besetzung hat dafür Probleme beim Aufmarsch. Hat aber keiner gemerkt ;) Die Reihe sitzt, steht, liegt und entführt die Zuschauer in eine „gar nicht nette“ Welt, in der Ehemänner von ihren eigenen Frauen gekillt werden. Okay, mit den Black Mambas können wir vielleicht nicht mithalten und der rutschige Boden war auch ein kleines Hindernis, aber es hat trotzdem gut geklappt und auch Lotta und Schnatti kamen mit kurzfristigem Training und Umlernen gut zurecht. Auf jeden Fall hat es allen Spaß gemacht und es ist auch mal schön, bei etwas anderem als einem Turnier zu tanzen.

 

Die Siegerehrung war auch noch einmal spannend, da wir unsere Wertung diesmal nicht schon vorher wussten; ist ja auch kein Turnier. Überraschend nahmen wir doch noch zwei Pokale mit nach Hause und freuen uns über den Titel „Hamburger Meister“ (18+) und natürlich über die Qualifikation zum Bundesendfinale!

 

Ein anstrengender, aber doch sehr schöner Tag geht zu Ende und die von uns, die nicht nassgeregnet wurden, kamen auch noch trocken nach Hause ;) Ich jedenfalls freue mich schon auf das nächste Turnier und alles andere, was noch so kommt! Es lohnt sich immer auch ganz olympisch einfach nur dabei zu sein. Danke Mädels für den schönen Tag!

 

Eure Melli

 

 

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2. Turnier in Berlin

Dritter Platz! Zirkon is flipping out!

Unsere halb-invalide Truppe (Knöchel, Knie, Magen,…) machte sich zusammen mit unseren neuen Freunden von Insularity und Bailoco zum Sound von Busfahrer Achmeds Mixtape auf den Weg aus unserer Hansestadt in Richtung unserer Hauptstadt. Zu behaupten, wir wären guter Dinge gewesen, ist vielleicht übertrieben, zumal das erste Turnier nun schon zwei Monate her war und keiner mehr so richtig einschätzen konnte, ob wir auch weiterhin mit unserem Tanz in der neuer Liga würden mithalten können. Nach einer mittelmäßigen Vorrunde, aus der wir uns gefühlt nur mit Ach und Krach ins große Finale retteten, zogen wir die 1 und durften somit ziemlich zügig wieder ran. Diesmal mit deutlich mehr Gefühl füreinander und den Tanz. Brightwatcher Yvonne vergab uns einen gefühlten dritten Platz und sollte damit auch tatsächlich Recht behalten: 4-3-3-2-3 = Dritter Platz!!! AAAAAAAAAH! Wie krass! Oder mit den Worten unserer Hippie-Franzessin: Woooohoooohooo… Und als Belohnung gab’s den Alex geschenkt. Oder so ähnlich. :)

Bevor wir uns euphorisch und bester Laune auf den Weg machten, stießen wir noch schnell auf unsere frischgebackenen Eheleute Petersen an und eruierten, ob wir den Selsinger Mädels überhaupt schon unseren Sekt anbieten durften. Tatsächlich liegt deren Altersschnitt schließlich knappe zehn Jahre unter dem unsrigen (aber wir hatten Nele auch nicht mitgerechnet!). Was auf der Busfahrt noch diskutiert wurde: Lieder, in denen „drei“ vorkommt (sind nicht so viele); wie alt Rolf Zuckowski inzwischen ist (der ist letzte Woche tatsächlich 64 geworden!); was aus Julian geworden ist (1982, „Und ganz doll mich“); ob es sich lohnt, Klo-Management zu studieren (nein). Außerdem stellen wir fest: wenn Stephan rülpst, riecht’s nach Eukalyptus-Sauna; außer Senfeiern gibt’s kein Essen ohne Knoblauch; man muss nicht unbedingt Liebe machen in der Liebesnacht; Edi findet Tic-Tac eklig; Marie hat heute keine Trompete dabei. Also alles wie immer. Aber nicht ganz… Denn obwohl der Tag so gut für uns gelaufen war, sollte unser Bus später trotzdem schnarchend statt feiernd in Hamburg ankommen. Was war geschehen? Unsere Sensationsreh-porter von der letzten Bank konnten Folgendes berichten:

Nachdem der Bus mit moderater Geschwindigkeit gegen ein Hindernis (hier: Reh) geprallt war, kam es zu einer einstündigen Verzögerung im Reiseplan. Obwohl der Busfahrer souverän reh-agiert hatte und es weder zu Personen- noch größeren Sachschäden gekommen war, konnten weder Reh-animation noch die Aussicht auf zeitnahe Reh-a dem Auffahropfer helfen. Der zuständige Busfahrer konnte laut eigenen Angaben alles abschließend für alle Beteiligten reh-geln. Die Polizei stellte den Schaden fest und ließ die Reisegesellschaft gegen halb zwölf passieren.

Aber Spaß beiseite: wir hatten Bambi auf dem Gewissen… :( Da war die Partystimmung natürlich schlagartig vorbei. Und dass, obwohl wir gerade unsere Selsinger Freunde aus der Busfront für unsere Aftershowparty hatten gewinnen können. Und so fielen alle, die nicht gerade in der Nähe vom schnarchenden M.P. saßen, in einen erschöpften Schlaf. Turniere an Sonntagen haben nun mal den bitteren Nachteil, dass der nächste Morgen ein Montagmorgen ist.

Trotzdem ist es dem umsichtigen Verhalten von Achmed zu verdanken, dass nicht mehr passiert ist. Vielen Dank an dieser Stelle an unseren duldsamen Busfahrer. Und natürlich wie immer an unsere treuen Fans und Begleiter. Wir sehen uns spätestens in zwei Wochen wieder – dann an einem Samstag! :)

 

Jessi

 

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Zirkon beim 17. Töster Tanzgruppentreffen

Schweißpads mal anders.

Zwei Wochen nach unserem ersten Turnier war die anfängliche Aufregung abgeklungen und die Euphorie groß. Unser Tanz kommt an. Und wenn das schon in der Regionalliga so ist, dann bestimmt auch in Tostedt! Und so machten sich die Zirkonies nach durchzechter Nacht am Samstag, den 19. März, gegen 13 Uhr auf den Weg in meine Heimat. Angekündigte Straßen-sperrungen aufgrund von Demonstrationen wurden tapfer bewältigt und wir konnten uns recht schnell an Haare und Kostüme machen. Die eingenähten Schweißpads vom 1. Turnier wurden wieder entfernt und eine neue Methode mit hohen Erwartungen getestet (siehe Foto). Wieder einmal waren wir in Windeseile gestylt, sodass wir die Pause für eine Stellprobe nutzen konnten. Naja, zumindest so ähnlich. Denn Frau „Ich-habe-ganz-viele-Ballett-Kinder-und-brauche-die-komplette-Fläche“ ließ sich nicht abwimmeln. Immerhin konnten wir trotzdem einigermaßen abschätzen, dass wir auf keinen Fall genug Platz hatten und sahen schon Lautsprecher und uns selbst stürzen. Aber wir nahmen’s ganz „lässig“. Schließlich war es ja nur ein Showauftritt – für Vera und Marie mit diesem Tanz jedoch eine Premiere vor Publikum. Aber es flatterten nach der Pause nicht nur bei diesen beiden die Nerven. Die Halle war mit ca. 800 Zuschauern und Tänzern gut gefüllt und so waren wir dann doch ein klein wenig aufgeregt. Irina und Kamerakind Melanie nahmen Stellung auf der Tribüne und kämpfen erbittert um die beste Sicht. Zirkon betrat die Fläche. Hätte ich noch mal erwähnen sollen, dass man uns mit langem „o“ ausspricht? Nächstes Mal dann ;-) Zumindest nach meinem Gefühl haben wir uns ganz gut geschlagen. Immerhin sind keine Lautsprecher umgefallen und die Musikanlage steht auch noch. Trotz kleiner Pannen sieht das Video vom Auftritt ziemlich gut aus. Und das Wichtigste? Keine Schweißflecken! Yieha! So ging der Nachmittag auch schnell vorbei. Zirkon erntete sehr viel Lob für die gefühlvolle Choreografie und die ausdrucksstarken Tänzerinnen. Das hört man doch gerne. Ich habe mich sehr gefreut, dass ihr wieder mit dabei ward und hoffe, ihr hattet so wie ich einen wundervollen Tag!

 

Franzi

 

 

Artikel im HAMBURGER WOCHENBLATT

Presse: HAMBURGER WOCHENBLATT
Bericht in der Ausgabe 11 Bramfeld-Steilshoop (Seite 11)
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Zirkon holt den 4. Platz beim Saisonstart der RL Nord-Ost

Das Baby hat es ihr gesagt!

Mein Tag begann um 4:56 Uhr als der Notfallwecker klingelte um ja pünktlich um 05:00 Uhr aus dem Bett zu klettern. Duschen, frühstücken und schnell nochmal die Turnier-checkliste durchgehen. Los geht‘s. Fast! Eiskratzen. Das war neu. Sollte mich aber nicht weiter stören. Schließlich hatte ich auch keine Zeit, mir über solche Lappalien Gedanken zu machen. Denn heute war es soweit. Saisonstart in der Regionalliga Nord-Ost. Das, was für mich immer so unerreichbar schien, sollte nun heute starten. Wahnsinn. Jetzt schnell noch Bäumchen und Nele eingesackt und dann ab in den Bus… - der eigentlich schon hätte da sein sollen. Die fröstelnden Zirkonies waren bereit. Und auch unsere Selsinger Freunde aus der Landesliga Insularity und Bailoco zitterten in der morgendlichen Kälte. Gemeinsam mit den extra zur Verabschiedung angereisten aber verhinderten Zirkonies sahen wir den Bus einfahren und verteilten uns schnell auf die hart umkämpften Fensterplätze. Abschiedsbusserl und die Reise konnte losgehen.

Eigentlich verlief die Hinfahrt wie gewohnt. Natürlich fehlte Yvonne. Die hatte anscheinend Wichtigeres zu tun. Und was wäre ein Reiseantritt ohne Günnis Ansprache? Na also! Wir versprachen uns brav, alle jubelnden Kräfte zu mobilisieren, um uns gegenseitig anzufeuern. Damit konnte Berlin kommen. Oder wir hinfahren. Egal. Und während wir noch darüber sinnierten, was der Unterschied zwischen einem Reise- und Fernlinienverkehrsbus war, verließen uns so manche ins Schlummerland. Allen voran Schnatti, die sich ihr heimisches Himmelbett einfach mitgebracht hatte. Die übliche Pipipause riss uns aus den Träumen und die langsam aufkommende Aufregung ließ uns nun auch irgendwie nicht wieder so richtig einschlafen. Oh Mann, noch knapp eine Stunde, dann sind wir da. Wieder wurde über die angehende Lehrerquote bei Zirkon diskutiert. Irina zählte auf - und bemerkte „Andrea ist ja auch Lehrerin, aber die tanzt ja nicht mit“. Conny eröffnete derweil das Nagelstudio und einige bewunderten die hübschen Frisuren von Insularity. Manchmal sprach Valeriya sogar deutsch mit uns und Nele wurde über ihr Alter ausgefragt. Und noch während sie uns von ihrem medizinischen Hammerexamen erzähle, fragte ich mich, ob sich ein Hammerexamen im JMD wohl genauso anfühlen würde wie heute…

 

Auf einmal kamen wir an der Halle an. Keine Ahnung, wie das so schnell passiert ist. Mit gemischten Gefühlen huschten wir vorbei an der Kasse mit den Schwarzlichtstempeln und drängelten uns in unsere Kabine. Dass es mit 3 Formationen ein wenig eng werden konnte, bestätigte sich schneller als gedacht, ist aber sicherlich bei 15 Landesliga-Formationen nicht anders zu bewerkstelligen. Naja, aber was wollen wir auch in der Kabine?! Stellprobe ist angesagt. Unter Bäumchens ruheausstrahlenden Anweisungen machten wir uns warm und luscherten dann doch zwischendurch mal zu den anderen Formationen herüber. Aber wie wir uns dort einordnen würden, vermochte keiner zu beurteilen. Unsere eigene Stellprobe verlief erstaunlich gut. Keine Crashes oder sonstigen Unglücke. Mann, haben wir hier viel Platz nach vorne und hinten. Und dann auch noch Tanzteppich. Toll! Jetzt laut Coaches nachher noch einiges mehr an Emotionen vermitteln und den Platz in alle Richtungen ausnutzen. Sollte machbar sein! Das Buffet wurde in den Flur verfrachtet und mit Schmink- sowie Haarutensilien ging es ab auf die Tribüne. Während wir die letzten Stellproben verfolgten, nähten unsere fleißigen Unterstützer bereits an den Armblättchen (umgangssprachlich auch Schweißpads genannt). Einen großen Dank an euch alle! Um uns dann auch mal nützlich zu machen, eröffneten wir unsere Haar- und Schminkstraße: „African Wonder me!“, „Ich könnte dich schon mal tollen“, „Willst du mir eine kleben? – Nein, zwei!“ Gemeint waren natürlich Wimpern. Das klappte so erstaunlich gut, dass wir irgendwann da saßen und noch knapp 2 Stunden Zeit hatten. Joa. Und nu? Achso, das Zirkon-Tuch hängt noch nicht. Super Beschäftigungstherapie. Connys Klebeband hatte seinen ersten Einsatz – und diese doppelseitige Klebfähigkeit wollten wir natürlich auch in umfassendem Maße ausnutzen.  


Okay, das Landesliga-Turnier beginnt. 15 Gruppen. Unsere Selsinger Mädels in der Zwischenrunde mit dabei. Herzlichen Glückwunsch zur Platzierung! Leider konnten wir die Siegerehrung nicht live mitverfolgen. Denn da Jessi uns eine tolle 5 gezogen hat (und alle so „yeah!“), mussten wir bereits vor dem Einmarsch mit der Erwärmung beginnen. Großzügigerweise spendeten uns die Ja Mo Da‘s ihre Aufwärmhalle für ein kurzes Warm-Up. Vielen Dank noch einmal an dieser Stelle. Wir wollten euch ganz sicher nicht verscheuchen! 16:30 Uhr. Zeit für die Regionalliga. Mit Walter, unseren Lilienkettchen, Tinas Schokoküsschen und Lianas Zauberkugeln („Tina darf aber als erstes aussuchen!“) bewaffnet, stellten wir uns auf. Das muss doch Glück bringen! Der Einmarsch verlief wie im Flug. Einmal von hinten links nach vorne rechts über die Fläche gelaufen (je nachdem wie man guckt) und schon wurde es ernst. Noch kurz gedehnt, ein paar Kräftigungsübungen gemacht und Valeriya und Nele geknuddelt. Auch die beruhigenden Worte von Andrea und Bäumchen ließen die Anspannung ein wenig abklingen. Ein ZickeZacke ohne Yvonne ist zwar irgendwie nicht dasselbe, aber wir konnten zumindest Melli und Marie in unsere Tradition einweihen. Die Extremzitronenschnibblerin Andrea hat ihrem Namen alle Ehre gemacht und entließ uns schließlich auf die Fläche. Wieso sind unsere Schweißpads eigentlich jetzt schon völlig durchgeschwitzt? Es stellten sich auch noch so einige andere Fragen: Was wird die Regionalliga von uns als Aufsteiger halten? Klappen alle Hebungen? Kommt unsere Ausstrahlung auf der obersten Tribünenreihe überhaupt an? Wieso blendet das eigentlich so doll? - und vor allem: Hält Connys doppelseitiges Klebeband alle Oberteile dort, wo sie hingehören? Aufstellung! Die Musik setzt ein und plötzlich ist alles wieder vorbei! Also zumindest ich habe gefühlte 10 Sekunden getanzt. Haben wir die 3 Minuten schnellere Version benutzt? Aber toll war es mit euch, Ladies. Das sah man auch an den Reaktionen der Fans, die mit Tränen in den Augen auf uns zustürmten. Hach! Das war süß von euch ;-) Nachdem wir die Meinung unserer kritischen Mitgereisten eingeholt und uns ein wenig beruhigt hatten, hieß es zittern! Können wir unser Minimalziel erreichen? Bitte nicht den letzten Platz. Die Turnierleitung machte es spannend. Keine Zwischenrunde. Puh! Und Zirkon im großen FINALE! Waaaaas? Nee, oder? Wow. Das hätte wohl kaum jemand zu träumen gewagt (außer Yvonne)! Das kleine Finale mit zwei Formationen war bereits im Gange. Und da Jessi uns wieder eine 5 bescherte, konnten wir ein wenig entspannter ans Warm-Up gehen. Aber so richtig waren wir mit unseren Gedanken nicht dabei. Schließlich hatten wir gerade erfahren, dass Yvonne ihre kleine Nele Renée zur Welt gebracht hat. Und zwar ungefähr genau zu der Zeit, als Zirkon in der Vorrunde auf der Fläche stand!!! Und wir hatten im Vorfeld noch darüber gewitzelt. Alles, alles Gute von ganzem Herzen an dieser Stelle an Familie Jakobeit!  


Motiviert und ziemlich entspannt traten wir also zur letzten Runde an. Was kann jetzt noch passieren? Egal. Der Tag war sowieso schon gerettet! Und wahrscheinlich war es genau das, was im Endeffekt den Ausschlag gegeben hat. Denn Andrea lobte unseren Ausdruck und ich glaube, wir können alle zugeben, dass wir diesmal gar nichts dafür tun mussten ;-) Trotz der eigentlich recht gelassenen Stimmung zerquetschten wir uns fast die Finger bei der offenen Wertung. Nach der „großen Straße“ für Vitesse und der Wertung für drei weitere Mannschaften folgte das „Urteil“ für Zirkon. Ich guck nicht hin! Ich guck nicht hin! 7-2-6-4-2 . Stehen da gerade zwei Zweien? Dass man von uns kein Wort auf dieses Ergebnis hörte, zeugt wohl daher, dass wir es einfach nicht fassen konnten. Bäumchen und Günni prophezeiten uns per Majoritätsprinzip einen 4. Platz*. Yvonne hatte es bereits geträumt. Aber ich glaube fest, das Baby hat‘s ihr gesagt! Ganz sicher! Und wie es sich für ein Zirkon-Glücksbringer-Baby gehört, sollte es Recht behalten. Zirkon wurde mit dem 4. Platz geehrt und damit war die Party auf der Rückfahrt gesichert… Fast!

 

Eine gefühlte Ewigkeit dauerte die Fahrt bis zur Autobahn. Und da wir alle nicht mehr aufs Buffet warten konnten, stießen wir bereits vorher mit Sekt und O-Saft an. Das darf man ja wohl. Viel mehr als auf das Essen freuten wir uns aber auf die extra noch frisch gebrannten Zirkon-Party-CDs, komplettiert durch einige neue musikalische Schmanckerl. Aber es sollte anders kommen. „Der Player nimmt keine gebrannten CDs!“ Wie jetzt? „Ja, nee, is‘ so!“ Achso. Nur gut, dass Katrin ihre Kassette dabei hatte. Aber unser noch so technisch versierter Fahrer hatte nicht so die rechte Ahnung, wie er damit umgehen sollte. Auch unsere letzte Hoffnung, die Musik über den DVD-Player abspielen zu lassen, zerschlug sich mit der Antwort „Der’s kaputt!“. Aber was machen tapfere Zirkonies? Sie singen! Ist ja klar. Und alles was singbar ist, sollte gesungen werden: „I’m singing in the rain“ machte den Anfang. „Ein Loch ist im Eimer“, „Auf der Mauer, auf der Lauer“ sollten folgen. Schließlich stimmten selbst die Fans mit ein und hatten wohl vor, uns mit einer Performance von „Everybody“ und „Barbie Girl“ Konkurrenz zu machen. Aber nicht mit uns! Schließlich können wir wirklich ALLES auswendig: „1001 Nacht“, „Ti Amo“, „Ich liebe dich“, „Liebe ist wie Valeriya“. Und sonst wurde halt gesummt, geträllert oder gelallt. „Jein“, „Hamburg meine Perle“ und „Über den Wolken“. Wozu brauchen wir eigentlich die Party-CD? Achja, Follow the leader! Das war irgendwie schwer ohne Drill Instructor. Im Übrigens haben wir uns überlegt, die  Zirkon-Bus-CD professionell herauszubringen. Dann kann der Player sie auch wieder abspielen. Was kostet der Spaß? Infos bitte schnell an uns!

 

Nächste Pipipause. Beste Gelegenheit an der Raststätte für 4,99 EUR eine Doppelplatte zu erstehen. Der musikalische Schock sitzt mir noch tief in den Knochen. „Always Hardcore“ gehörte dann doch eher nicht in unser Repertoire. Aber tanzen kann man dazu laut Valeriya, Edi und Nadine prima im Jumpstyle. Sah auch stylish aus. Soviel ist sicher! Und so fuhren wir zu Katinka-Techno und Beatles-Elektro gen Heimat. Relativ früh erreichten wir den Appelhoff gegen 23:30 Uhr. Und schließlich endete der Tag genauso, wie er angefangen hatte. Eiskratzen und dunkel.

 

Wie es sich für einen ordentlichen Bericht von uns gehört, kann eine abschließende Danksagung nicht fehlen. Andrea, danke für dich und die Art und Weise, wie du immer das Maximum aus uns heraus zu kitzeln versuchst. Vor allem aber auch dafür, dass du dich trotz Krankheit mit auf die Reise gemacht hast. Großen Dank an Bäumchen, dass du dir trotz deiner unzähligen Verpflichtungen auch noch Zeit für Zirkon nimmst. Wir freuen uns auf die kommenden Trainingseinheiten mit dir! Kameramann Monty, unsere zahlreichen Näherinnen und die mitgereisten Fans haben mit ihrer Energie wieder einmal für einen unvergesslichen Tag gesorgt. Auch einen großen Respekt an die Selsinger, die uns auf der Rückfahrt ohne Beschweren ertragen haben. Das war ganz sicher nicht leicht! ;-) Nicht zu vergessen aber ist natürlich unser Coachie Yvonne, die uns mit dieser wunderwunderwunderschönen Choreographie mal wieder beweisen konnte, wie schön es ist und gut es tut, seine Leidenschaft vor Publikum zu präsentieren.

 

Unsere Genesungswünsche gehen außerdem an Esthers Mutter und an die Tänzerin aus Bremerhaven. Wir hoffen, euch geht es bald wieder gut!

 

Ein tolles und nervenaufreibendes Wochenende liegt hinter uns. Und so sitze ich hier mit lilafarbenem Nagellack, der nicht abgehen will, meinen Resten vom Buffet, lautaufgedrehten Original-Beatles Songs (um den Schock zu überwinden) und weiß immer noch nicht genau, wie ich das Ganze verarbeiten soll. Sicher ist, wir haben jetzt knapp 2 Monate Zeit um weiter zu arbeiten und zu schauen, wohin uns dies diese Saison führt. Ich freue mich und bin sehr, sehr gespannt! Es war ein Fest mit euch, Mädels :-)

 

Eure Franzessin!

 

* Es bleibt natürlich zu bemerken, dass bei einer Wertung von 7-2-6-4-2 die Majorität ganz eindeutig auf 2 liegt ;-)

 

Bericht vom 1. Turnier als PDF
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Trainingslager in Scharbeutz

Freitag, halb 5: Tasche packen, Zettel lesen, nichts vergessen? Alles dabei. Telefon klingelt, Franzi ist da. Schuhe und Jacke an, Wasserflasche schnappen, raus. Ich werf die Tasche auf den Sitz und kurz danach auch mich. Hallo Franzi, hallo Nadine. Die restlichen Zirkonies haben sich bereits am Lidl-Parkplatz auf die Autos verteilt. Los geht’s. Es dämmert schon. Der Himmel leuchtet in Regenbogenfarben. Im Auto von Lotta werden währenddessen, aufgrund der hohen Anzahl der Lehramtstudenten bei Zirkon, die Gehaltsstufen für Lehrer erläutert. Nachdem Vera und Marie noch kurz geklärt hatten, dass Frauen- und Zahnärzte zwei der wichtigsten Ärzte sind und man diese mindestens zwei Mal im Jahr auch besuchen sollte, waren wir auch schon da. Hallo Scharbeutz.

 

Am Eingang wartet schon das Empfangskomitee, bestehend aus Hanne, Günni und Yvonne. Andrea und Michi konnten leider aus Krankheits- bzw. Krankheitsüberträgergründen dieses Jahr nicht dabei sein :( Gleich gibt’s Abendessen, also schnell das Zimmer beziehen, wunderschön, sogar mit Meerblick (also morgen dann wieder, wenn es hell wird). Es bleibt sogar Zeit, um noch den Schrank einzuräumen und sich ein wenig einzurichten. Dann los in den Speisesaal. Die anderen sind mittlerweile auch schon angekommen. Es gibt Brot, Käse, Wurst etc. und Frikadellen mit Kartoffelpüree und Gemüse. Das allerdings „nur für GFG und Familien“. Was bei anderen Herbergsbewohnern gleich die Frage aufwirft: „Was bedeutet denn GFG überhaupt?“ Naja, an den einheitlichen schwarzen Trainingsjacken war unschwer zu erkennen, dass wir das sind. Vera antwortet sofort souverän: „Gymnastik- und Freizeitgemeinschaft“. Gut, das wäre dann auch geklärt. Franzi bemerkt, dass letztes Jahr genau hier beim Abendessen über den Text von „Nordisch by nature“ sinniert wurde. Da ihn außer Dea kaum noch einer so genau im Kopf hat, beschließen wir, das Thema dieses Jahr dann nicht mehr aufzugreifen und entscheiden uns stattdessen für ein lustiges Ratespiel über die inhaltliche Zusammensetzung des weiss-gelb geschichteten Desserts. Hm, wie schmeckt es? Nach nichts. Was ist das da drauf? Minze? Sieht aus wie Basilikum. Wonach schmeckt es? Nach nichts. Wir einigten uns schlussendlich wohlwollend auf Joghurt mit Pfirsichsoße und Minze obendrauf.

 

Beladen mit Tonnen von Naschi und Sekt treffen wir uns nach dem Essen im Aufenthaltsraum. Sieht aus wie immer, außer dass vielleicht die Bänke neu sind? Wir wissen es nicht genau. Jedenfalls sind sie erstmal bequem und wir lassen uns nieder. Aber da wir ja nicht zum Spaß hier sind, werden auch bald schon die Kostüme und Koffer ausgepackt. Wir haben ja noch ein bisschen was vor uns. Die Schmink- und Haarstyle- Ideen waren bisher eher vage, also ran an den Speck. Und gleich der erste Rückschlag: Ein Spiegel zerbricht! Ohje, das kann ja nichts Gutes bedeuten, oder wie war das nochmal mit den Scherben? Achja, die bringen ja Glück. Ach nee... bei Spiegeln ist das nicht so, verbessert uns Irina. Und damit sollte sie Recht behalten, denn im Laufe des Abends geht zudem eine Bank zu Bruch, die Günni jedoch heldenhaft mit einem Kleiderbügel (!) wieder in Stand setzt. Zu allem Überfluss zerstäubt sich auch noch das „African Wonder“ vollständig im Schminkkoffer, weshalb Tina und Irina erstmal eine Weile damit beschäftigt sind, die restlichen, mit einer dicken Puderschicht bedeckten Schminksachen mit zwei Pinseln freizulegen. Aber all das kann echte Zirkonies nicht so einfach umhauen und so geht es los mit Grundieren, Wimpern ankleben und Pudern (mit dem was vom African Wonder noch übrig geblieben ist). Nur Tina überfordert das Chaos im Schminkkoffer ein wenig: „Hier, Nadine, ich hab keine Ahnung was davon Make Up ist, mach du das mal!“ 

 

Schminkideen sind sofort viele vorhanden, so dass uns nach kurzer Zeit schon mehrere Modelle zur Verfügung stehen. Eins davon: Marie, die Drachenlady. Okay, vielleicht müssen wir den Lidstrich doch noch ein bisschen kürzen. Yvonnes Kommentar dazu: „Mach ihr mal auch noch die Haare, vielleicht können wir sie dann noch retten.“ In der Zwischenzeit wurden auch schon ein paar Frisuren ausprobiert. Besonders gut kommt zuerst Katrins Frisur an, aber an irgendjemand erinnert das Yvonne…: „Katrin, sieht aus wie Benno!“ - „Wer ist denn Benno?“ – „Der Bruder von Otto im Film „Otto der Außerfriesische““.  Und auch die ein oder andere Frisur erinnert eher an die Trümmerfrauen und die kleinen Tiere aus Ice Age. Ähm ja, das ist nicht unbedingt das, was wir darstellen wollen, also erstmal weg damit. Da wir uns so schnell nicht entscheiden können und es einfach zu viele verschiedene Ideen gibt, werden alle Haar- und/ oder Schminkmodels in ein Kostüm gesteckt und zu einem kleinen Contest der Reihe nach an die Wand gestellt. Von dick nach dünn. Tina ganz links =) Sie wollte da stehen! Und los geht die Competition in den Kategorien Haare, Gesicht, Lippen. Wir starten mit der Frisur: Tina wird gleich als Erste rausgewählt und auch die anderen fliegen nach und nach raus. Nach mehreren hitzigen Diskussionen wird sogar „Benno“ doch nochmal dazugeholt. Irgendwie ist aber keine Frisur perfekt, also müssen wir uns da doch noch etwas anderes einfallen lassen. Einige werden wiederholt umgestaltet, Franzi rettet Irinas Frisur und schickt sie damit wieder ins Rennen. Am Ende entscheiden wir uns in dieser Kategorie für eine Mischung aus mehreren Vorschlägen: Oberhalb der Stirn eine seitlich nach rechts eingedrehte Tolle, die in eine Rolle um den Kopf herum einmündet, und schließlich in einem Knoten links unten endet. Glückwunsch Irina, und ach ja, Tina: Du bist raus!

 

Als nächstes ist das Gesicht dran: Vera und Irina sind gleich auf, Tina fliegt wieder. Es wird knapp. Wer macht das Rennen? Wettbewerbswidrig wird Maries Schminke von Nadine gerettet. Auch sie ist wieder im Spiel. Kurz vor der Zielgeraden zieht Irina nochmal an und lässt Vera und Marie hinter sich. Wir haben einen Gewinner! Wieder konnte Irina das Rennen für sich entscheiden.

 

Bei den Lippen angekommen müssen wir uns erneut den strengen Blicken unserer Juroren aussetzen. Anstrengend, so ein Modeljob. Ohne Rücksicht auf Gefühle wird hier einfach diskutiert und beurteilt und so über unsere Zukunft entschieden. Wir sind nur Marionetten, nicht mal das, bewegen dürfen wir uns nämlich auch nicht, sogar Lachen ist verboten. Doch, was ist das?! Tinas Lippen scheinen anzukommen. Das Unfassbare wird wahr! Tina landet auf einem geteilten ersten Platz - mit mir teilt sie aber gerne =) Von Nadine wird auch noch der Bolero an das Kleid genäht. Das Kostüm steht quasi. Fehlt nur noch die Strapse bzw. Strumpfhose. Aber das wird sich morgen entscheiden.

 

Mit den mitgebrachten Köstlichkeiten lassen wir den Abend ganz gemütlich ausklingen und lernen von Yvonne nebenbei auch noch lebenswichtige Dinge, zum Beispiel dass Lila vor Schwangerschaft schützt. Ab und zu werden Einzelne von Hanne zu wichtigen Besprechungen abgezogen und mittlerweile ist auch die Startkarte für das erste Turnier, das bedrohlich näher rückt, von allen unterschrieben. Nachdem sich einige schon verabschieden, befassen sich die anderen mit Türkisch für Anfänger und lassen sich noch einen Keks (alter Keeeks, ist der mit Ohrsand?) schmecken. Nebenbei gibt es im Dschungel lustige Spiele mit unbekannten Promis und sogar deren Genitalien ungewollt zu sehen, was Schnatti sehr dringend Franzi und Marie mitteilen will und mit „Joy zeigt sein Digital“ einmal mehr für Verwirrung und Gelächter sorgte. Von diesem Schock, der mit einem großen Schluck Sekt runtergespült wird, haben wir uns dann aber auch bald wieder erholt. 

 

So, jetzt aber ab ins Bett, der morgige Trainingstag wird bestimmt kein Kindergeburtstag. Den Wecker gemäß Esthers ausgefuchstem Selbsttäuschungsmanöver noch schnell auf 5 Uhr stellen, damit man mit Schlummertaste noch bis 7 Uhr schlafen kann =)

 

Am nächsten Morgen finden wir uns alle noch etwas müde aber hochmotiviert in einheitlichem Schwarz nach dem Frühstück in der Sporthalle ein. Nach dem üblichen Aufwärmprogramm inklusive Seilspringen gehen wir die Teile in choreografischer Reihenfolge durch. Interessant, wenn die Formationen richtig gestellt sind, ergeben sie ja auch ein systematisches Bild! Mit Blöcken und Stiften bewaffnet werden alle geputzten Arme, Beine und Köpfe notiert, die Zählzeiten geklärt und immer wieder Stück für Stück beim Durchtanzen verbessert und auf Video aufgezeichnet. Größere Probleme gibt es nur beim Trio, also nochmal und nochmal üben, Bewegungen perfektionieren, heben, ablassen, in die Wade fallen lassen, mit dem Spann auf dem Boden aufknallen, rollen, aufstehen.  Einige blaue Flecken und ein paar Stunden später will es zwar immer noch nicht ganz klappen, aber wir sind zuversichtlich. Für’s Erste geschafft und ab zum Mittagessen. Penne Carbonara und Milchreis und für Dea eine etwas unfreiwillige Kinderportion Nudeln mit Ketchup. Da wir alle schon ordentlich geschlaucht sind, halten sich ausgiebige Konversationen in Grenzen. Unter gefräßigem Schweigen finden auch die letzten Nudeln den Weg in unsere Bäuche und wir erheben uns, um die Pause noch für einen kurzen Strandspaziergang oder einen kleines Mittagsschläfchen nutzen zu können.

 

Gefühlte fünf Minuten später treffen wir uns alle wieder im Gemeinschaftsraum, um uns in das Kostüm zu werfen, zu schminken und zu frisieren. Wir entdecken dabei die Fließbandarbeit für uns und so rutschen alle durch die „Haarstraße“, in der arbeitsteilig in drei Schritten zuerst toupiert, dann gerollt und zum Schluss geknotet wird. Das Ganze mit Haarspray fixiert und mit Klammern an der Kopfhaut befestigt. Hält. Dea und Nadine werfen dann auch noch die Idee auf, die Spitze als Halsband zu verwenden, wobei wir feststellen, dass Deas Schenkel den gleichen Umfang hat wie Nadines Hals… Noch schnell Wimpern ankleben und schminken, fertig sind die unschuldigen Hausfrauen, aber, wenn man genau hinsieht, kann man ihre Augen hinterhältig blitzen sehen…

 

Zum Fotoshoot finden wir uns wieder alle in der Halle ein. Alle? Yvonne bemerkt, dass Vera fehlt: „Kann mal jemand Verena holen?“ Mit unserem neugewonnenen Teammitglied geht auch das Posen und Lächeln viel leichter. Nur die Kleider rutschen ein bisschen, nachdem alle Träger beseitigt wurden. Aber selbst Edi schafft es, ihr übergroßes Kleid geschickt zu kaschieren. Da müssen wir jetzt eben durch. Als wir ein paar sexy Fotos im Kasten haben, starten wir dann auch endlich in die zweite Trainingseinheit an diesem Tag. In das Warm-Up werden noch Drehungen sowie Balance-Übungen eingefügt und danach geht es wieder an die Choreo. Die Notizen werden über den Tag ständig ergänzt und erweisen sich als durchaus hilfreich, denn es ist doch fast unmöglich, sich alles aus der ersten Einheit merken zu können. Gegen Ende lässt die Kraft und offenbar auch die Motivation ein wenig nach: Gruppe 1 streikt beim abschließenden Durchtanzen einfach vor dem Kanon und in Gruppe 2 passiert ein Unfall, bei dem Schnatti von „Verenas“ Fuß am Kopf getroffen wird und danach für kurze Zeit reglos neben der Fläche liegen bleibt. Wer daran schuld ist, wird die Auswertung am Abend ergeben, denn wir haben ja alles auf Video! Das Training war für diesen Tag damit vorerst beendet.

 

Nach dem Abendessen machen sich diesmal nur wenige auf in die Ostseetherme. Ein Großteil der Mannschaft entscheidet sich für einen eher bewegungsfreien Abend, der mit einem lustigen Tabuspiel beginnt. Leider ist die Sanduhr nicht mehr ganz intakt, so dass technische Hilfsmittel in Form von Esthers iPhone hinzugezogen werden müssen. Da dieses allerdings nur volle Minuten stoppen kann und niemand den genauen Zeitwert einer Sanduhr kennt, verkürzt sich gefühlt die Erklärzeit auf genau eine Minute. Immer noch genug Zeit, um sich die verrücktesten Erklärmethoden auszudenken und auch schon mal über Pennsylvania auf Transilvanien schließen zu lassen. Aber auch tänzerische Begriffe wie Standbein mussten erklärt werden, was Esther technisch korrekt bewerkstelligte, so dass jeder sofort wusste, welcher Begriff gesucht war. Edis Versuch, das Wort „Vieh“ zu umschreiben (1, 2, 3, … Tina: Vier! Edi: Ja richtig und jetzt mach da mal ein Tier draus!) scheiterte beinahe. Irina wusste dafür sofort wie man das Wort „Flur“ am Besten beschreibt. Da sie sich mit Marie am Abend davor über Rauchmelder unterhalten hatte, folgte eine sehr auffordernde Beschreibung (Wo hast du einen Rauchmelder? Los, sag es mir!). Danach war Marie dran. Los geht’s: Man macht was in einen Plastikbeutel, dann schließt man den an einen Staubsauger. Was passiert? Irina: Vakuum. Richtig! Wären wir nur auch bei den Frisuren so kreativ gewesen....

 

Später fanden sich dann alle zur Videoauswertung ein. Nachdem diese zuerst für viele relativ ernüchternd ausfiel - wir hatten ja bisher fast vollkommen ohne Spiegel trainiert und es ist dann schon erstmal etwas befremdlich, sich selbst zu sehen - wurde es dann spätestens durch den Streik wieder relativ lustig. Ein Highlight war auch Franzis ganz eigene Trainingsmethode für Lotta, die sie von einer Position in die nächste schubste. Natürlich waren alle besonders gespannt darauf, wie der Unfall zustande kam, da viele das während des Trainings überhaupt nicht bemerkt hatten und einfach wie wenn nichts gewesen wäre bis zum Ende durchtanzten. Während des Trios nach dem Kanon sprang Vera über Schnatti. Die dachte, sie könne einfach so aufstehen, wurde stattdessen aber von Veras herumschwingenden Fuß am Kopf getroffen und sank zu Boden. Die beiden schleppten sich an den Rand und auf der Tanzfläche wurden es daraufhin stetig immer weniger. Conny haderte erst mit sich selbst, ob sie jetzt weitertanzen oder nachsehen sollte, entschied sich dann aber spontan zum Peanutskoffer zu rennen und ein Coolpack zu holen. Auch Katrin und Tina fiel am Ende dann mal auf, dass irgendwas nicht stimmen konnte, als Vera nicht auftauchte, um sich von den beiden im Trio halten zu lassen. Wobei ihre Gestik von Yvonne eher als „Hey, du auch hier?“, interpretiert wurde, was wiederum für lautes Gelächter sorgte. Den beiden Unfallopfern ist zum Glück nichts Ernsthaftes passiert. Schnatti kam mit einem dröhnenden Schädel und Vera mit einem geschwollenen Fuß davon. Die Schuldfrage konnte jedoch abschließend nicht genau geklärt werden. Beiden Beteiligten wurde daher eine Teilschuld zugesprochen. Damit war auch die Videoauswertung beendet und der Aufenthaltsraum leerte sich schnell. Nach diesem trainingsreichen Tag waren wir dann alle froh, endlich in unsere Betten zu fallen. Nadine und Franzi sangen uns noch mit „Und ganz doll mich“ in den Schlaf und wir träumten schon vom nächsten Tag.

 

Nach dem Frühstück begaben wir uns wieder in die Halle, die heute deutlich kälter war als gestern. Mit dicken Socken und Pullis bekleidet wurde uns erst beim Seilspringen allmählich wieder warm. Wir hatten noch den letzten Teil der Choreo vor uns, also ging es auch da wieder ans Putzen und Üben. Mit ganz schön Muskelkater war das erstmal gar nicht so leicht, aber mit der Zeit war auch dieser vergessen. Wir überstanden die letzte Trainingseinheit in diesem Trainingslager sogar ohne Unfälle und Streiks, so dass wir uns die abschließende Massagestraße auch redlich verdient hatten.

 

Nachdem alle Koffer gepackt, alle Zimmer leergeräumt und alle Betten abgezogen waren, trafen wir uns noch ein letztes Mal zur Abschlussbesprechung im Aufenthaltsraum. Hier wurden nochmal die nächsten Trainingstermine besprochen und die Aufgabenlisten für die Turniere herumgegeben. Günni klärte uns weiterhin über die Spiegelsituation in der Genslerstraße auf und versprach, sich dafür einzusetzen, uns baldmöglichst ein paar fahrbare Spiegel zu verschaffen. Außerdem erklärten sich Hanne und Günni bereit, uns das schon abgeschriebene Honorar für die Tanzgala aus eigener Tasche (!!!) zu erstatten! Dankeschön, wir haben uns riesig über die Neuigkeiten gefreut! 

 

Ein anstrengendes und trainingsreiches aber trotzdem sehr schönes Wochenende geht zu Ende. Die Heimreise erlebten allerdings dieses Jahr nur unsere Fahrer wach, der Rest versank in Tagträumen. Am Ende kamen wir aber doch alle wieder wohlbehalten zu Hause an.

 

An dieser Stelle auch nochmal ein dickes Dankeschön an Jessi für die Musik, Fotos, Beratung und Betreuung; an Hanne und Günni fürs Zuschauen, die Unterstützung und den seelischen Beistand, an Andrea für die Energie und Unterstützung aus der Ferne und natürlich an Yvonne für das super produktive Training, die schöne Choreo, die außerordentlich angenehme Stimmung und alles andere!

 

Wir jedenfalls fühlen uns spätestens nach diesem Wochenende gar nicht mehr so „neu“ =)

 

Marie & Melanie 

 

Bericht vom Trainingslager 2011 als PDF
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Artikel im HAMBURGER WOCHENBLATT

Presse: HAMBURGER WOCHENBLATT
Bericht in der Ausgabe 1 Bramfeld-Steilshoop
(Seite 8)
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